Freitag, 17. August 2012

Bei den Teufelsknechten (10.8.-13.8)

Bruessel - die Stadt der neuen Habsburger

Wie gern wuerde ich hier ueber schoene Plaetze, interessante Museen, spannende Begegnungen oder herzerfuellende Momente schreiben. Doch leider wurde mein Aufenthalt in Bruessel zum Alptraum. Nur vage mag ich mich an diese Stadt erinnern. Verschwommen und verzerrt sind die Erinnerungen... Wie lange ich in Bruessel gewesen war, konnte ich nur rueckwirkend erschliessen. Drei Tage gammelte ich im Hoellenschlund - drei Tage des Halbschlafs, der Ohnmacht und des Schlafwandelns...


Ich musste nach Bruessel. Denn schliesslich sollte man seine(n) Feind(e) kennen! Was frueher in Burgen und Zwingern beheimatet war, lebt heute in Belgien, versteckt sich hinter Aktenmauern und verteidigt sich mit Klauseln, Tinte und Aktengeroell. Wie einfach hatten es die alten Eidgenossen, sie kannten ihren Feind: Landvogt Gessler. Ein einziger Bolzen Tells genuegte, um den Tyrannen auf die Hohle Gasse plumpsen zu lassen. Heutzutage sind die Habsburger weiter gestreut und gewiffter organisiert! In Parlamenten, Raeten und unendlich vielen Bueros wetzen die europaeischen Amtsbuerokraten ihre Federn, um neue Gesetze gegen die Schweiz abzuschiessen! Manch ein treuer SVP-Gefolgsmann hat schon vor diesem Mordor unseres Kontinents gewarnt - ich, als ringloser Hobbit, habe die Brutstaette der Orks aufgesucht und mich in die Untiefen der Bruesseler Buerokratie gewagt...

Allein als ich durch die Strassen Bruessels wandelte lief es mir kalt den Ruecken hinab. Fremdbestimmung praegt jede kleinste Bewegung der EU-Buerger hier. Ein Kebab war nur durch eine bestimmte Genehmigung des Gesundheitsamtes zu bekommen. Unzaehlige Bettler tummeln sich auf der Strasse und lefzen nach neuer Stempeltinte. Papier wird mit Gold aufgewiegt und Aktenordner wie alte, aegyptische Sarkophage gehuetet. Eines steht fest: Wer in Bruessel keine Beziehungen - sei es ein Verwandter, ein weit entfernter Freund oder ein angeheirateter Schwager - zur Buerokratie hat, der ist des Todes! Und selbst dann, wenn der eigene Leichnam unter einem Stappel unausgefuellter Formulare zu vergammeln droht, braucht die Verwandtschaft Sondergenehmigungen, Bescheinigungen und Steuerformulare fuer eine Beerdigung auszufuellen.

Am schlimmsten sind die Gaenge

Nur ein kleiner Ausschnitt des
Bruesselers Amtsschreckens
Als ich mir ein Weg durch die dunklen Strassen Bruessels gebahnt hatte, fand ich schliesslich das Berlaymont-Gebaeude. In diesem ist die juristische ABteilung der EU. Mit einer kleinen Fuehrung konnte ich den Buerokratietempel anschauen. Ich schlich mich aber schon bald weg von der Gruppe, um selber in die tiefen Schlunde Europas einzutauchen.  Oh Graus! Ich weiss nicht, wie lange ich in diesem Hexenkessel verbracht hatte. Die Gaenge gleichen dunklen Minenschaechten und aus allen Tueren dringt schrecklicher Schreibmaschinenlaerm. Wer nicht mit einem dicken Stappel Papier herumeilt, wird mit kleinen Tintenkuegelchen bombardiert. Schnell hatte ich darum einen herumliegenden Aktenberg zur Hand und suchte mir einen Weg durch die neonbeschienenen Korridore. Die Luft war dick und mit jedem Schritt lagerte eine mattere Schicht Papierstaub auf meinen Brillenglaesern. Tapsig arbeitete ich mich immer tiefer und tiefer in den Aktenberg hinein. Dante gleich durchwanderte ich die sieben Hoellenkreise. Doch ab dann reisst mein Erinnerungsfaden ab...

Dank starken Mannen wie Toni bleibt die Schweiz, was sie ist:
Ein tugendhaftes Land mit Bauern. Naehren wir uns weiterhin
an den Zitzen unserer Geissen und Kuehe!
Ploetzlich wachte ich benommen vor dem Gebaeude wieder auf. Wahrscheinlich war ich ohnmaechtig geworden ob all des EU-Schreckens. Oder hatten mich die Buerokraten beim Spionieren erwischt und mich hinausgeworfen? Nur von Glueck kann ich reden, dass ich meinen Schweizer-Pass nicht dabei hatte! Was bleibt, ist ein von Angstschweiss triefendes Hemd und das mulmige Gefuehl, dass sich die Schweiz nur mit groesster Anstrengung, mit gandalfischen Kraeften von Brunner, Moergeli&Co und den ausgekluegelten Strategieplaenen von Blocher den schwarzen Tintenwellen der EU entgegen zu stemmen vermag. Die EU-Leute sind boese Menschen: Sie sind sozialistisch, geldverschwenderisch und stecken mit der Meier-Schatz und der Widmer-Schlumpf unter einem Hut. Sie wollen den Bundesrat mit Sozialisten fuellen, damit dieser die Milchwirtschaft durch Baumwollproduktion ersetzt.

Facts zu Zottel: (Ich verzichte in diesem Beitrag, Details ueber Bruessel bekannt zu geben, mir scheint, darueber schon genug berichtet zu haben.) Zottel - das SVP-Maskotchen - stammt aus echt Schweizer-Zucht. Der Geissbock hiess urspruenglich Frédérique. Aus werbetechnischen Gruenden wurde dem Tier ein etwas bodenstaendiger Name verliehen.

1 Kommentar:

  1. Halli Hallo!!
    Haha, witzig witzig, wohin gehts jetzt? Bist du auf dem Weg nach Amsterdam wie angekündigt oder hast du andere Pläne?

    Grusschen mit Fusschen

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