Montag, 10. September 2012

Gefunden: Die Liebe meines Lebens (1.9-9.9)

Nach unzähligen Höhenmetern wartete das Glück auf mich...

Für mich ist eins klar: Dieser Post bildet den Höhepunkt des Blogs. Nicht unbedingt die geschilderten Reiseerfahrungen , sondern eine unerwartete Wendung des Schicksals lassen mein Herz jetzt noch höher schlagen... 

Doch beginne ich lieber beim Anfang:
GoogleMaps zeichnet nur den ungefähren Weg nach, natürlich folgte ich
schönen Wanderrouten.
Den schönen Idyllencamping am Niedersonthofenersee musste ich nach wunderschönen Tagen hinter mir lassen. Denn es galt, irgendwie und irgendwann wieder in die Schweiz zurückzukehren. Mit Sack und Pack machte ich mich in Richtung Immenstadt auf, um von dort einen Bus nach Oberstdorf zu nehmen. Mein nächstes grosses Etappenziel hiess Dornbirn in Österreich! Ich wanderte von Oberstdorf in Richtung "Hoher Ifen" um schliesslich die deutsch-österreichische Grenze zu überqueren. Immer höher und höher hinauf in die schönen Alpen führte mich meine Wanderlust..

Schlafen im Stroh mit Überraschung


Ich darf mich nicht nur wegen der Bergluft
glücklich schätzen...
Meinen ersten Stopp hatte ich auf der "Ausserschwende" im Gasthaus "Bergblick". Die ziemlich luxuriöse  Unterkunft strapazierte meinen Geldbeutel, bot aber wahrlich eine grandiose Sicht auf das Bergpanorama. Die zweite Nacht war weniger luxuriös doch für mein Leben umso wegweisender. Ich hätte es nie für möglich gehalten: Doch in der grössten Abgeschiedenheit stiess ich auf mein grösstes Glück. Ich übernachtete bei der Familie Dorner, welche einen Bauernhof betreibt und "Schlafen im Stroh" anbietet. Nachdem ich es mir im Stall gemütlich gemacht hatte, ging ich auf die Bauernhofterasse um meine müden Beine hochzulagern und in interessanter Lektüre zu versinken.
Und da erblickte ich sie: Adelheid-Thekla. Falls es einen Gott gäbe, dann hätte er seinen siebten Tag bei der Erschaffung der Welt für die Schöpfung dieses lieblichen Wesens aufgewendet. Selten habe ich so viel Anmut, graziöse Weiblichkeit und natürliche Schönheit in einem Geschöpf vereint gesehen. Sie stand auf dem Felde und die spätnachmittäglichen Sonnenstrahlen reflektierten auf ihrer aschblonden Zopfscheitel. Die roten Bäcklein waren Vorboten des baldigen Abendrotes und bildeten mit den rosafarbenen Lippen eine malerische Farbkomposition. Das Kinn zuckte anmutig als die starken Arme das noch feuchte Heu mittels eines grossen Rechens in die Luft schleuderten. Ihre Schultern waren die eines graziösen, ausgewachsenen Hirschleins und ihr runder Po machte der Muttergöttin Konkurrenz. Zwei fesche Beine lugten unter dem Rock hervor und trotzten der Schräge wie zwei 100-jährige, wettergegerbte Tännlein im Wildheuihang. Während mich dieser Anblick fast vom Sockel haute, hätte wohl nur ein Jahrhundertsturm diese Ausgeburt an Lebensenergie hinwegfegen können. Meine Augen blieben an dem mit Herzchen verzierten Kleid hängen, wanderten Schluchten und Hügel abtastend zu ihrem runden Köpfchen zurück und - als ob dadurch eine direkte Verbindung hergestellt wurde - blickten ihre kleinen, hellblauen Äuglein zu meiner Wenigkeit empor... 

Noch drei Tage blieb ich auf dem Bauernhof und in dieser kurzen Zeit haben wir beide erkannt, dass wir seelenverwandt waren. Adelheid-Thekla und ich - ein Wesen in zwei Körpern. Beim Abschied war uns beiden klar: Diese Trennung sollte nur von kurzer Dauer sein. Und so weiss ich - da ich nun in Dornbirn in einem Internetcafé sitze - mein Körper ist im Tale, mein mit Adelheid-Teklas verschmolzenes Herz aber schlägt - hoch auf den sibratsgfäller Bergen - den fröhlichen Takt unser orpheischen Liebessymphonie.

Bald trete ich die letzte Etappe meiner Reise an: den Heimweg. Ich werde noch einige Tage in Bregenz weilen. Dort schliesse ich mich einem Carunternehmen, welche noch einen Platz frei hat, an um in Richtung Luzern zu fahren. Zu Hause angekommen, werde ich schliesslich noch den letzten Eintrag für diesen Blog erstellen.

(Möglichst bald möchte ich noch ein Foto von Adelheid-Thekla hochladen!)

Gutes Buch von Leo
P. Ard über Nieren-
klau.
Facts zur Sicherheit in Europa: Jedem/jeder, welche/r in Europa herumreisen will, kann ich dies aus sicherheitstechnischen Gründen nur empfehlen. Es gibt nur liebe Leute in Europa und somit muss man sich wegen Diebstählen, Entführungen und anderen Verbrechen keine Sorgen machen. Die Leute an den Strassen reichen einem Kuchenstücke und Punsch entgegen oder lassen einen mit "Gott segne dich"-Rufen von dannen ziehen. Anders ist es jedoch in Mittel- und Südamerika - meinem ursprünglichen Reiseziel -: Dort gibt es nur böse Leute. Sie stehlen, entführen und machen andere grausame Dinge (dieses Spektrum reicht von erotischem Gebäck bis zu abergläubischen Riten). Reist man in diese Länder, so muss man in Kauf nehmen, dass man mit einem Arm/Bein/Nase oder einer Niere weniger nach Hause kommt.

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