Sonntag, 2. September 2012

Zu den Bergdiamanten! (24.8-1.9)

Odenhausen - ein kurzer Plausch

Eigentlich wollte ich länger in Odenhausen bleiben, doch leider waren dort alle billigen Hostels und Hotels besetzt. Nach nur einer Nacht (in einer teureren Gaststätte) musste ich des Geldbeutels zuliebe den ersten Schritt zu meiner Heimreise antreten: in Richtung Süden nach Bayern!

Jürgen und Dieter im Odenhausener
Gemeindehaus "Frischluft"
Odenhausen hätte viel zu bieten (die Touristenscharen beweisen es!). Eigentlich ist das Örtchen nur ein Teil der Gemeinde Rabenau, doch ist mir der wohlklingende Namen "Odenhausen" zu sehr ans Herz gewachsen, als dass ich ihn für den Schwarzmalerischen auswechseln könnte. 
Gerne hätte ich das Leben der Odenhausener etwas besser kennengelernt: Nach einem lustigen Abend mit einigen "Locals" erfuhr ich, dass Odenhausen ein reges Vereinsleben führt: Die Freiwilligenfeuerwehr und der Gesangverein (hier ein etwas älterer Zeitungsbericht) seien nur als zwei Beispiele genannt.

Und plötzlich im schönen Allgäu!

Der Insel-Camping (Bild aus dem Internet geklaut)
Ich wollte in die Natur. Und wo gibt es mehr Natur als im schönen Allgäu - der Region mit dem hässlichen bairischen Dialekt? Doch zum Glück pfeifen die Vögel ihre eigene Sprache und so bereicherten fröhlich trällender Vogelgesang und anmutig glucksendes Froschquaken meinen Aufenthalt im Allgäu. Ich machte es mir beim "Insel-Camping" am Niedersonthofener See gemütlich. Endlich kam mein mitgeschlepptes Zelt zum Einsatz!



Rauchquarz aus dem Fichtel-
gebirge
Ich verbrachte nur einen Teil meiner kostbaren Zeit auf dem Camping: Nebst Badestunden im kalten See, liess ich meine Beine über Berg und Tal wandern. Ein Höhepunkt war ein Ausflug ins nahe gelegene "Immenstadt". Die Ortschaft hatte trotz ihrer bescheidenden Ausmasse einiges zu bieten: Von Glück kann ich reden, dass gerade das jährliche "Bergkristall-Fest" stattfand. Auf einem riesigen Festgelände wurden über 15'000 Bergkristalle ausgestellt. Ich verbrachte fast ganze 6 Stunden mit Schauen und Staunen. Erst, als  forsche Türsteher mich zur Tür wiesen, konnte ich die Bergpracht hinter mir lassen. Im Dorf herrschte fröhliche Festatmosphäre: Kapellen posaunten ihre Märsche durch die Gassen und die Immenstädter schlemmten bis die Hohlräume ihrer dicken Bäuche wieder gefüllt waren.


Facts zu den Umzügen in Bayern: Wie in der Innerschweiz, werden in Bayern Fasnachtsumzüge veranstaltet. Dabei handelt es sich aber um eine rein männliche Tradition. Während die Schwyzer Fasnacht ihren Ursprung in der Vertreibung der bösen Wintergeister hat, handelt es sich in Südbayern um ein altes Fruchtbarkeitsritual. Noch heute ziehen die Männer - durch verschiedene Faschingsverkleidungen unkenntlich gemacht - mit Angst erregenden Grunz-, Zisch- und Brummlauten durch die Fasnachtsdörfer. Experten interpretieren diese phonetischen Ausstösse als von der Natur hergeleitete Brunftrufe. Wie der Bär, der Pelikan oder bspw. das südallgäuische Stachelschwein versuchen die Männchen die Aufmerksamkeit der Weibchen zu gewinnen. Eine bis heute umstrittene Theorie der Dialektologin Kathrin Röggla besagt, dass der Unterschied zwischen des Südbairischen und den anderen bairischen Dialekten (inkl. des Fränkischen) von diesem faunabehavioristischem Transfer herrührt (vgl. Kathrin Röggla (1996): Warum Südbayern sprechen, wie sie sprechen. In: Linguistica 3(4)).

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